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Wenn Freizeitsportler zu Doping greifen
PillenWenn wir "Doping" hören, denken wir meist zuerst an Leistungssportler – an Profi-Radfahrer, Leichtathleten und Skilangläufer, deren Doping-Vergehen in den letzten Jahren immer wieder publik wurden. Aber auch im Freizeitsport wird gedopt: Hier ein Mittelchen, das die Muskeln aufbaut und dort ein Ausdauerhelfer. Das Problem dabei: Die Risiken dieses Freizeit-Dopings werden oft unterschätzt.Schweiz Wenn wir "Doping" hören, denken wir meist zuerst an Leistungssportler – an Profi-Radfahrer, Leichtathleten und Skilangläufer, deren Doping-Vergehen in den letzten Jahren immer wieder publik wurden. Aber auch im Freizeitsport wird gedopt: Hier ein Mittelchen, das die Muskeln aufbaut und dort ein Ausdauerhelfer. Das Problem dabei: Die Risiken dieses Freizeit-Dopings werden oft unterschätzt.

Doping im Leistungsport macht immer wieder Schlagzeilen. Eher im Stillen spielt sich dagegen das Dopen im Freizeitbereich ab. Schon vor einigen Jahren ergaben Umfragen, dass vor allem junge, sportlich aktive Männer, aber auch Frauen durchaus bereit sind, ihrer Ausdauer und ihrem Muskelaufbau ebenfalls mit Tabletten, Pülverchen und anderen Mitteln nachzuhelfen.Doping im Leistungsport macht immer wieder Schlagzeilen. Eher im Stillen spielt sich dagegen das Dopen im Freizeitbereich ab. Schon vor einigen Jahren ergaben Umfragen, dass vor allem junge, sportlich aktive Männer, aber auch Frauen durchaus bereit sind, ihrer Ausdauer und ihrem Muskelaufbau ebenfalls mit Tabletten, Pülverchen und anderen Mitteln nachzuhelfen.

Schleichender Übergang
Gerade in Fitness-Studios kann sich dabei eine richtige Kultur des "Optimierens" entwickeln. Laut einer Studie nehmen in der Schweiz gut zehn Prozent der Männer, die in Fitness-Studios gehen, frei verkäufliche Mittel zum Muskelaufbau an, weitere drei Prozent nutzen Abnehm-Präparate. Bei Frauen sind diese Zahlen etwa halb so hoch. Das allein ist noch nicht problematisch. Aber der Übergang von legalen Aufbaupräparaten zu Hormonen, Stimulanzien und anderen illegalen Dopingmitteln ist oft schleichend.
Man beginnt mit einer Kreatin-Kur zur Steigerung der Muskelkraft und stösst damit womöglich eine Dynamik an. Zunächst etabliert sich Stück für Stück eine Logik einer Kur und dann prägt sich oftmals eine Dopingmentalität aus. Die Dopingsituation im Freizeit- und Breitensport hat sich in den letzten Jahren stark zugespitzt, so eine weitere Studie. In dieser gaben immerhin gut sieben Prozent der Freizeitsportler in der Schweiz zu, sich mit verschreibungspflichtigen Mitteln zu dopen.

"Keine Bagatelle"
Das Problem dabei: Die Einnahme wird häufig bagatellisiert. Im Leistungssport wird Doping vor allem als Verstoss gegen die Fairness geahndet. Freizeitsportler haben also vermeintlich wenig zu befürchten. Doch das ist ein fataler Irrtum. Denn Freizeitdoper müssen zwar selten befürchten ausgeschlossen oder schwer bestraft zu werden, aber die gesundheitlichen Folgen des Dopens treffen auch sie.
Die meisten Menschen, die solche leistungssteigernden Mittel einnehmen, sind sich der gesundheitlichen Risiken nicht bewusst.  Denn von der schädlichen Wirkung spürt man oft nichts, bis es zu spät ist. Hinzu kommt, dass die Kombination verschiedener Präparate die Folgen oft noch verschlimmern.

Was sind die Folgen des Dopens?
Wie schädlich das Doping auch im Freizeitsport sein kann, zeigen immer wieder Todesfälle von Sportlern, die nach der langjährigen und hochdosierten Einnahme von Anabolika jung an Herzversagen gestorben sind. Todesursache war meistens eine Erkrankung des Herzmuskels, eine Herzrhythmusstörung oder ein Herzinfarkt. Anabolika verschlechtern ausserdem die Fliesseigenschaften des Blutes, weil unter ihrem Einfluss mehr rote Blutkörperchen gebildet werden. Der gewünschte Effekt ist eine Verbesserung der Sauerstoffversorgung im Gewebe. Denn die roten Blutkörperchen sind die Sauerstofftransporteure in unserem Blut.  Aber das Ganze hat einen Haken: Gibt es mehr von ihnen, wird das Blut dickflüssiger – und es kann schneller zu Blutgerinnseln und verstopften Adern kommen. Im Gehirn hat dies einen Schlaganfall, in den Lungen eine Lungenembolie und in den Beinen eine Thrombose zur Folge. Und noch etwas wissen viele Sportler nicht - oder wollen es nicht wahrhaben: Die Psyche verändert sich ebenfalls. Anabolika-Anwender sind häufig leicht erregbar und aggressiv. Sie neigen zur Selbstüberschätzung oder entwickeln sogar psychotische Symptome. Die Kehrseite dieser Hochgefühle bekommt man zu spüren, wenn man die Anabolika absetzt: Über Jahre können einem dann starke Depressionen zu schaffen machen./Hegi

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