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Das düstere Kapitel «Waisenhaus»

Waisenheim1 OnlineEinsiedeln Das Kapitel «Waisenhaus» in Einsiedeln ist für die Betroffenen mehrheitlich in schlechter Erinnerung geblieben und man sollte eigentlich meinen, dass diese Zeiten überwunden sind. Leider ist aber erst kürzlich der letzte Heimleiter nach Einsiedeln gezogen. Das reisst bei den ehemaligen Bewohnern des Waisenheims alte Wunden auf.

Nachdem die Ingenbohler Schwestern, bei denen der Grundsatz "Es herrsche Zucht und Ordnung" im Vordergrund stand, das Waisenhaus  1967 an J.A.* übergeben hatten, freute man sich auf eine Lockerung dieses Grundsatzes. Nach aussen war dies auch so. J.A.* musizierte und bastelte mit den Kindern und manchmal durften sie sogar Fernsehen schauen. Leider aber sah das hinter den Kulissen ganz anders aus. Laut Aussagen von Bewohnern des Waisenhauses, war J.A.* alles andere als der liebe "Vati", wie sie ihn nennen mussten. Berüchtigt war sein Siegelring, den er immer wieder für Kopfschläge einsetzte. Die Kinder wurden mehrfach grün und blau geschlagen. Obwohl man davon ausserhalb des Heimes wusste, wurde geschwiegen und alles unter den Teppich gekehrt. Laut Aussage einer "Insassin", wurde es noch schlimmer als J.A heiratete. Seine Frau mussten sie "Mutti" nennen, aber auch diese gab den Kindern nicht die Nestwärme, welche sie eigentlich erwarten durften. Im Gegenteil, sie drangsalierte die Kinder wo sie nur konnte.Nachdem die Ingenbohler Schwestern, bei denen der Grundsatz "Es herrsche Zucht und Ordnung" im Vordergrund stand, das Waisenhaus  1967 an J.A.* übergeben hatten, freute man sich auf eine Lockerung dieses Grundsatzes. Nach aussen war dies auch so. J.A.* musizierte und bastelte mit den Kindern und manchmal durften sie sogar Fernsehen schauen. Leider aber sah das hinter den Kulissen ganz anders aus. Laut Aussagen von Bewohnern des Waisenhauses, war J.A.* alles andere als der liebe "Vati", wie sie ihn nennen mussten. Berüchtigt war sein Siegelring, den er immer wieder für Kopfschläge einsetzte. Die Kinder wurden mehrfach grün und blau geschlagen. Obwohl man davon ausserhalb des Heimes wusste, wurde geschwiegen und alles unter den Teppich gekehrt. Laut Aussage einer "Insassin", wurde es noch schlimmer als J.A heiratete. Seine Frau mussten sie "Mutti" nennen, aber auch diese gab den Kindern nicht die Nestwärme, welche sie eigentlich erwarten durften. Im Gegenteil, sie drangsalierte die Kinder wo sie nur konnte.Dass "Vati", seine angebliche "Vaterliebe zu seinen Gunsten besonders komisch auslebte, zeigt ein Fall, welches das Schwyzer Journal aus dem «Beobachter» zitiert: Mehrere ehemalige Heimbewohnerinnen berichten von sexuellen Übergriffen. Unter ihnen F. L.*, damals zehn Jahre alt. «Vati», wie die Kinder den Heimleiter nennen mussten, habe oft zugeschaut, wenn sie in der Badewanne sass. «Ich musste mich vor ihm abtrocknen, seine Augen starrten gierig, ich schämte mich jedes Mal und fühlte mich erniedrigt.»Als sie in die Pubertät kam und die Schularbeiten im Schlafstock erledigen musste, kam es zu Übergriffen. «Der Heimleiter besuchte mich regelmässig und schaute nach, ob meine Brüste gewachsen waren. Dabei berührte er mich und drückte mich fest an sich, bis er zitterte. Bis heute werde sie dieses Gefühl nicht los. Jedes Mal, wenn ich seine Schritte hörte, stand ich Todesängste aus.»Nach dem Bekanntwerden der Kindswegnahmen und die unhaltbaren Zuständen im Heim, wurde das Waisenhaus 1972 geschlossen.46 Jahre nach dieser schrecklichen Zeit bekamen Ende 2018 einstige Zöglinge einen Brief von J.A,* wo er seinen Umzug nach Einsiedeln bekanntgab, so quasi als frohe Botschaft. Da stellte sich natürlich bei den ehemaligen Bewohnern des Waisenheims schon die Frage: "Wie kommt man auf die Idee, wieder nach Einsiedeln zu ziehen und das sogar schriftlich zu verkünden?" Viele "Zöglinge" von damals fühlten sich vor den Kopf gestossen. Einige versuchten ihre Geschichte aufzuarbeiten. Dabei wollten sie auch eine Akteneinsicht. Nur komisch, die Akten sollen angeblich ab Heimeintritt verschwunden sein. Andere wiederum haben die früheren Erlebnisse einfach verdrängt. Aber jetzt holt sie die Vergangenheit wieder ein und das Trauma müssen sie wieder durchleben. Solche, die in Einsiedeln noch leben, haben ein ungutes Gefühl mit dem Gedanken, dass sie J.A.* in Einsiedeln begegnen könnten. Heimkinder aus dieser Zeit hatten es besonders schwierig. Sie waren vielfach Menschen "zweiter Klasse" und wurden als bösartig und dumm angeschaut. Zudem waren die Kinder den Erwachsenen einfach ausgeliefert. Die Frage ist absolut berechtigt: "Warum hat der Amtsvormund der damaligen Zeit nichts unternommen? Wo war der Waisenpräsident? Was taten Lehrer und Ärzte? Warum hat ihnen niemand geholfen, obwohl alle davon wussten? /Hegi
*Person der Redaktion bekannt

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